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BACnet - der Welt-Standard für offene Systeme in der Gebäudeautomation
Der Durchbruch der offenen Kommunikation hat den Aufbau der Gebäudeautomation in den letzten Jahren in wesentlichen Punkten verändert. Während die ersten BACnet-Projekte mit Gateways realisiert wurden, sind die heutigen Automationsstationen bereits für das BACnet-Protokoll ausgelegt. In diesem Falle spricht man von native BACnet. (native = engl. = angeboren)
Im Gegensatz zum Profibus, der aus der Fabrikautomation hervorgegangen ist, wurde der BACnet-Standard von Ingenieuren der Heizungs-/Lüftungs-Branche definiert: von der ASHRAE, American Society of Heating, Refrigeration and Air-Conditioning Engineers. Dementsprechend logisch, schnell und konsequent war auch der Weg von BACnet zum international anerkannten Standard für die offene Kommunikation in der Gebäudeautomation.
Vielseitige Funktionalität
Alle wichtigen Systemmerkmale, welche die Funktionalität definieren, sind in der PICS (Protocoll Implementation Conformance Specification) gekennzeichnet: Konformitätsklasse, Funktionsgruppen, unterstützte Dienste und Objekte.
Daraus ersieht der Planer die Möglichkeiten und Grenzen im Zusammenwirken von Geräten verschiedener Hersteller und kann sie an den Projektanforderungen messen. Neben den marktüblichen Grundfunktionen können Sauter Automationsstationen auch Änderungen von Prozessgrößen (Messwerte, Alarme) spontan an Clients, z.B. die Managementebene, senden. Komplexe Funktionen wie Zeitprogramm und Kalenderobjekt sind ebenso enthalten wie das Durchreichen der Alarmquittung von der Managementebene in die BACnet-Automationsstation.
Konformitätstests für gesichtertes Zusammenspiel
Zur Sicherheit der Betreiber sollten für die offene Kommunikation nur Produkte gewählt werden, die in Konformitätstests geprüft und entsprechend zertifiziert sind. Nur so ist das Zusammenspiel mit Produkten anderer Hersteller (Interoperabilität) gewährleistet. BACnet ist der erste Standard, für den in Europa und den USA einheitliche Prüfprocederes festgelegt wurden. Die Tests erfolgen in verschiedenen Testlaboratorien; das Zertifikat wird einheitlich von der BMA (BACnet Manufacturer Association) ausgestellt. Für Konformitätstests in Europa ist das WSP-LAB in Stuttgart bestimmt worden, jene Stelle, bei der Sauter bereits 1988 das FND-Zertifikat erworben hat.
Erste Zertifizierungen sind nach Fertigstellen der Testumgebung für das letzte Quartal 2001 zugesagt. Sauter EY3600 BACnet wird dabei sein.
Herbert Güthner
Herbert Güthner, Marketing und Productmanagement FR.Sauter AG, ist seit 1986 Vertreter in nationalen (D) und internationalen Arbeitskreisen zur Standardisierung der "offenen" Kommunikation". Er ist einer der deutschen Experten in der Working Group 4 (offene Kommunikation) im CEN TC 247. Dort laufen die Fäden für diesen Bereich der Europäischen Normierung zusammen. Busprotokolle werden auf ihre internationale Bedeutung hin bewertet, über Jahre beobachtet und schließlich bei positiven Erfahrungen als Norm verabschiedet. In dieser Tätigkeit hat Herbert Güthner die Interessen von Sauter für Profibus, FND, EIB, LON und BACnet vertreten.
1987:Gründung der ASHRAE
1991: Veröffentlichung des BACnet-Protokolls zur Stellungnahme; diverse Ergänzungen und Korrekturen
1995: BACnet wird von ANSI (American National Stadards Institute) übernommen
1997: BACnet wird als europäische Norm für die Managementebene übernommen.
1998: BACnet wird europäische Vornorm für die Automationsebene.
Sauter ist Mitglied der BACnet Interest Group e.V.
Je nach Gegebenheit der Anlage kommen zwei unterschiedliche Automationsstationen zum Einsatz:
1 Station im 19" - Baugruppenträger mit I/O-Steckkarten zur Erfassung der lokalen Prozessgrößen; über Feldbus angeschlossene dezentrale I/O-Module
2 Station mit kleinen Baugruppenträger mit Treiberkarten, z.B. für die Erfassung von Meldungen über Feldmodule



